Google, hier bin ich!
Große Grafiken auf der Startseite illustrieren die Geschäftsfelder, hippe Flash-Animationen kommunizieren die Kernkompetenzen und die Meta-Tags der Seite sind akribisch mit Stichworten verschiedenster Themengebiete gefüttert. Ein Blick in die Suchergebnisse von Google bringt schnell Ernüchterung: Selbst Monate nach Launch wird die Website nicht gelistet oder bestenfalls auf einer den hinteren Seiten. So wird das natürlich nichts mit dem Return Of Investment. Was ist schief gelaufen?
Die schönste Seite im Netz nutzt nichts, wenn diese nicht gefunden wird! Diese Aussage, so plakativ sie auch sein mag, bringt das Problem auf den Punkt. Soll die Website nicht nur von Kunden besucht werden, welche die Internet-Adresse kennen sondern auch von potentiellen Interessenten beim Recherchieren gefunden werden, ist eine Optimierung für Suchmaschinen unerlässlich. Meist beginnt der Besuch von Websites mit mehreren Suchanfragen in einer der großen Suchmaschinen (Google, Yahoo, MSN und Konsorten). Diese Tatsache verdeutlicht, dass eine Suchmaschinenoptimierung, welche sich auf technische Aspekte konzentriert, zu spät im Gefüge ansetzt.
Die richtigen Keywords sind das A&O
Am Anfang aller Optimierungen steht die Entscheidung, für welche Schlüsselbegriffe (Keywords) man seine Seite optimieren möchte. Hier bieten sich natürlich die Tätigkeitsfelder des Unternehmens an, jedoch sollte man auch Wortfamilien recherchieren! Begriffe wie „Performance-Marketing“ oder „Mobile-Marketing“ sind treffende Fachbegriffe, aber sucht ein potentieller Interessent auch danach? Sind Begrifflichkeiten wie „Erfolgskontrolle“ und „Handy-Marketing“ als Suchbegriffe nicht ebenso wahrscheinlich? Die richtige Mischung aus Fachbegriffen und umgangssprachlichen Begrifflichkeiten spricht ein möglich breites Zielpublikum an.
Diese Begriffe gilt es nun möglichst geschickt in die Texte der Website einzubauen. Hierbei stellt es sich als weitaus erfolgreicher heraus, einzelne Seiten auf bestimmte Themengebiete hin zu optimieren als alle Themen auf eine Seite packen zu wollen. Die Spezialisierung bringt wertvolle Punkte in den Bewertungskriterien der Suchmaschinen.
Die Positionierung der Keywords in den Meta-Tags der Seite galt früher als sicherer Garant dafür, dass diese Begriffe von den Suchmaschinen verstärkt wahrgenommen wurden. Der Mißbrauch der Meta-Tags in der Vergangenheit, vor allem durch die Pornoindustrie (Kennen Sie noch die Zeiten, in denen zwielichtige Angebote stets zu den ersten Suchergebnissen gehörten, unabhängig davon wonach Sie gesucht haben?) hat dazu geführt, dass der Einfluß der Metatags auf die Bewertung stark abgenommen hat.
Bewertungskriterien im Wandel
Und hierbei sind die Meta-Tags nur die Spitze des Eisbergs. Der ständige Wettlauf zwischen Bewertungskriterien und deren Mißbrauch hat dazu geführt, dass die großen Suchmaschinen ihre Bewertungskriterien ständig überarbeiten und anpassen. Insofern ist Suchmaschinenoptimierung ein Vorgang, der nie abgeschlossen ist. In gewissen Intervallen sind die Kriterien, welche man an die Seite anlegt, kritisch zu beleuchten und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in eventuelle Optimierungen einfließen zu lassen.
Techniken zur Optimierung
Die gute Nachricht vorab: Der beste Weg für ein gutes Ranking ist und bleibt guter Content. Je einzigartiger und qualitativ hochwertiger, desto besser. Keine technische Spielerei kann es Ihnen abnehmen, gute Inhalte zu bieten.
Natürlich gibt es eine große Anzahl technischer Ansätze, eine Seite für Suchmaschinen attraktiv zu gestalten. Genannt seien etwa XHTML/CSS Layouts, um der Suchmaschine das „Verstehen“ der Seite so einfach wie möglich zu machen. Oder auch „sprechende URLs“ (URL-Rewriting), um Keywords möglichst prominent in der URL zu platzieren. Auch die Keyword-Dichte in Ihren Texten spielt eine Rolle, ebenso wie die HTML-technisch geschickte Auszeichnung der Keywords. XML-Sitemaps sorgen dafür, dass Suchmaschinen keine Ihrer Unterseiten übersehen. Auch der Verzicht auf JavaScript und Flash wird von Suchmaschinen gern gesehen, ebenso wie die korrekte Beschreibung aller Grafiken in den alt- und title-Tags. All diese Kniffe seien nur exemplarisch genannt, denn auf alle Techniken hier einzugehen, würde den Rahmen dieses Artikels sicherlich bei weitem sprengen.
In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass die Verlinkung von anderen Websites aus eine wichtige Rolle spielt. Natürlich gibt es auch hier zahlreiche Fallstricke bzw. Anforderungen, welche an die Partner-Website gestellt werden. Etwa die Themen-Verwandschaft, Authority-Gewichtung (manche Websites sind bei bestimmten Stichworten kompetenter als andere), PageRank (Kombination verschiedenster Kriterien) und andere Besonderheiten. Auch hier gilt: Lassen Sie sich von der Agentur Ihres Vertrauens beraten, denn mit unkundigen Anpassungen kann man viel zerstören. Im schlimmsten Fall fliegen Sie für alle Zeiten aus den Suchergebnissen der Suchmaschinen.
Unseriöse Anbieter
„Agentur Ihres Vertrauens“ ist schön gesagt! Denn tatsächlich tummeln sich am Markt der Suchmaschinenoptimierer auch zahlreiche schwarze Schafe. Diese versprechen Ihnen bestimmte Platzierungen bei bestimmten Stichworten. Hier gilt: Niemand kann Ihnen eine konkrete Platzierung versprechen! Diese kann wenn überhaupt nur mit unseriösen bis gefährlichen Tricks erreicht werden, womit wir wieder bei den sich ständig ändernden Kriterien wären. Denn sollte eine Suchmaschine plötzlich entscheiden, dass die bei Ihnen eingesetzten Tricks als „Suchmaschinen-Spam“ oder „Suchmaschinen-Spoofing“ zu verstehen sind, so können Sie von einem auf den anderen Tag aus dem Suchindex geworfen werden. Und dies ohne Benachrichtigung!
Solche „unseriösen Tricks“ gibt es viele. So kann man Seiten beim Besuch eines Suchroboters für diesen anders darstellen als ein Besucher die Seite zu sehen bekäme. Auch sieht man oft versteckte Links auf Keyword-Seiten oder Texte, die für Besucher unsichtbar sind. Weißer Text auf weißem Hintergrund mag zwar für das Auge unsichtbar sein, nicht aber für die Suchmaschinen. Diese jedoch prüfen mittlerweile auch den HTML-Code dahingehend, ob der Text sichtbar wäre. Tricksereien an dieser Stelle können für Sie schnell unangenehme Folgen haben.
Seriöse Anbieter erkennen Sie daran, dass diese Ihnen keine konkreten Platzierungen versprechen und mit Ihnen offen auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Optimierungsmaßnahmen eingehen.
Erfolgskontrolle durch WebAnalytics
Ob Ihre Optimierungs-Maßnahmen nun greifen, ist natürlich von entscheidender Bedeutung. Die Kontrolle des Besucherstroms über Webstatistk-Software wie Webalizer bringt Ihnen nur wenige Erkenntnisse. Zwar können Sie ersehen, ob die Besuchsfrequenz zu- oder abnimmt, aber der Grund bleibt Ihnen verborgen.
Moderne WebAnalytics-Tools sind mächtige Werkzeuge, die das Thema Erfolgskontrolle in seiner Gänze abbilden. Sie beginnen bei der Bewertung der Keywords (Suchhäufigkeit und Tefferanzahl), gehen über Suchbegriffe, unter welchen Ihre Seite gefunden wurde, hin zu den damit angelockten Besucher und deren Surfverhalten und hört bei der Messung eventueller Conversions noch lange nicht auf.
Der Markt dieser Werkzeuge ist in den letzten Jahren signifikant gewachsen. So findet sich für jedes Portemonnaie mittlerweile die passende Lösung. Doch zumindest für essentielle Auswertungen muss man kein Geld ausgeben: Mit GoogleAnalytics hat Google ein Produkt auf den Markt gebracht, welches für Seiten mit mittlerem Besuchsaufkommen kostenlos ist. Erst mit steigenden Besucherzahlen wird der Erwerb einer Lizenz nötig. Und wenn die Erkenntnisse, die Ihnen ein Analytics-Tool verschafft hat, den Erfolg Ihrer Website signifikant steigern, sind sie wahrscheinlich gerne bereit, zukünftig etwas Geld dafür auszugeben.
Fazit
Suchmaschinen-Optimierung ist ein komplexes Thema. Trotz dieser Erkenntnis, die Sie nach der Lektüre dieses Artikels sicher mit mir teilen, gibt es viele Ansätze, welche Sie mit geringem Aufwand oder ohne großes Budget verwirklichen können. Dennoch ist die Optimierung nie abgeschlossen und sollte immer wieder aufs neue überdacht und überprüft werden. Aber mit dieser Einsicht sind Sie bereits auf einem guten Weg, Ihre Seite für Suchmaschinen freundlicher zu gestalten.
Daniel Reckling
7. Juli 2006 um 08:42Ich denke, wichtigster Punkt in dem Zusammenhang ist Barrierefreiheit. Google und andere Suchrobots sind die prominentesten “blinden” User und auf semantisches XHML angewiesen. In Barrierefreiheit zu investieren, zahlt sich also auch in diesem Punkt aus.