Gegenwart und Zukunft von Flash
Flash galt lange Zeit als die Technologie, um interaktive und multimediale Web-Anwendungen zu entwickeln. Auch im E-Commerce haben Flash-Anwendungen in den letzten Jahren ihren Platz gefunden, vor allem im Bereich der Mass Customization: Egal, ob T-Shirt- Designer bei Spreadshirt oder Schuh-Konfigurator von NIKEid – wo auch immer etwas nach den eigenen Wünschen des Nutzers gestaltet werden kann, bietet Flash vielfältige Möglichkeiten zur Interaktion.
Doch was Flash kann, kann Javascript mittlerweile auch. Bis zu einem bestimmten Level lassen sich mit dieser Skriptsprache Interaktionen im Browser realisieren, die lange Zeit nur mit der von Adobe ausgelieferten Flash-Technologie umsetzbar waren. Zusammen mit HTML5 und CSS3, die vielfältige neue Möglichkeiten im Bereich Video, Audio und dynamischen 2D- und 3D-Grafiken ermöglichen sollen, wird die Daseinsberechtigung von Flash- Anwendungen mehr und mehr in Frage gestellt.
Polyvore.com zum Beispiel bietet vielfältige Benutzerinteraktionen durch Javascript. Die Entscheidung für oder gegen eine Flash- Anwendung wäre damit eine Frage des benötigten Interaktionslevels und des Budgets – gäbe es da nicht Steve Jobs.
Der Mitgründer und CEO der Apple Inc. Verbannte die Adobe Technolgie nicht nur von iPhone und iPad, sondern kommunizierte im vergangenen Jahr auch ganz offen seine Prognose der „sterbenden Technologie Flash“. Auf Adobes Versuch hin, mit dem iPhone-Packager Flash-Anwendungen zumindest als Apps zugänglich zu machen, reagierte Jobs mit einer Einschränkung der iPhone-Entwicklerwerkzeuge: Zukünftig sollten finden nur noch Anwendungen den Weg in den App Store finden, die mit den von Apple genehmigten Programmiersprachen erstellt wurden. Flash bleibt damit der Zugang zu Apple Geräten verwehrt. [UPDATE:] Nach heftigen Kritikstürmen wurde diese Lizenzbestimmungen jedoch wieder gelockert.
Für den Auftraggeber einer interaktiven Web- Anwendung stellt sich damit oftmals die Frage, ob man bei der Entscheidung für Flash auf iPhone- und iPad-Nutzer verzichten möchte. Die Reichweite, also die Anzahl von Menschen, die die Anwendung oder den Shop nutzen, ist eines der wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Wahl der Technologie. Und auch wenn Flash auf zahlreichen anderen Mobile Devices, z. B. mit Android Betriebssystem, funktionsfähig ist, so fällt die Wahl doch immer häufiger auf eine Javascript-Alternative.
Reichweite allein ist jedoch nicht das alleinige Erfolgskriterium eines Online-Shops oder anderer Web-Anwendungen. Gerade um der iPhone- und iPad-Zielgruppe die Nutzung des Shops auch mobil zum Erlebnis zu machen, bedarf es einer Optimierung hinsichtlich der speziellen Bedürfnisse des mobilen Kunden und den für ihn zutreffenden Nutzungsszenarien. Eine Eins-zu-Eins Übertragung des stationären Webs ins mobile Web ist in den seltensten Fällen ausreichend, wie die vorangegangenen Fachberichte zu diesem Thema gezeigt haben.
Für den zukünftigen Einsatz von Flash bedeutet dies: Da mobil neue und speziell für das Endgerät optimierte Anwendungen zum Einsatz kommen müssen, behält Flash im stationären Web weiterhin seine Daseinsberechtigung. Sicher werden viele einfache interaktive Inhalte einer Website, wie beispielsweise eine rotierende Bühne auf der Shop-Startseite, zukünftig mit Javascript umgesetzt werden. Aber sich seinen Schuh von der Naht bis zum Schnürsenkel in 3D selbst zu designen, das wird auch in den kommenden Jahren eine Aufgabe von Flash bleiben.


Andrea Campitelli
14. April 2011 um 13:17Hallo Juliane,
ohne hier eine Meinung zum Thema Flash kund tun zu wollen, sollten in einem ordentlich recherchiertem Artikel wohl die Fakten stimmen, oder?
3rd Party Packager für iOS wurden im Herbst 2010 von Apple wieder erlaubt…
Juliane
15. April 2011 um 10:18Danke für den Hinweis Andrea, haben den Text geupdatet